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Reaktivierung der Tullner Westschleife |
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Unmittelbar vor Inbetriebnahme der neuen Eisenbahnbrücke über die Donau in Tulln wurde eine Probebelastung mit acht Tauruslokomotiven durchgeführt. Damit wurde ein Gesamtgewicht von 688 t auf die Brücke gebracht.
Trotz widriger Witterungsverhältnisse im Winter 2008/09 und hochwasserbedingter Verzögerungen beim Einschwimmen der neuen Tragwerksteile konnte die neue Tullner Donaubrücke nach nur 15 Monaten Bauzeit am 27. Oktober 2009 mit beiden Gleisen in Betrieb genommen werden. Mit der Aufhebung der Sperre der Tullner Donaubrücke können auch die Pendler wieder aufatmen. Die Probebelastung Bei Brücken mit einer Stützweite von mehr als 15 Metern wird unmittelbar vor der Inbetriebnahme eine Probebelastung durchgeführt. Die neue Tullner Donaubrücke hat eine Gesamtlänge von 440 Metern und besteht aus einem Stahltragwerk mit einer Stahlbetonverbundplatte für die „Fahrbahn“. Basierend auf der Länge der Brücke und den Materialeigenschaften wurde bei der Planung eine belastungsabhängige Durchbiegung der Brücke errechnet.
Bei der Probebelastung wurden mit insgesamt acht Tauruslokomotiven, jede mit einem Gewicht von 86 Tonnen, zehn verschiedene Belastungssituationen simuliert. Dabei wurde die Tragwerksverformung an der Tragwerksunterkante der Brückenfelder 1 bis 3 mit und ohne Belastung durch die Loks auf den Millimeter genau optisch vermessen und mit den prognostizierten Verformungen von rd. 22 – 25 mm in Feldmitte verglichen.
Neben den acht Tauruslokomotiven waren für die Probebelastung rund 30 Personen im Einsatz. Dazu zählen neben den Triebfahrzeugsführern die Verschieber, die Sicherungsposten, die Vermesser, die Planer sowie die Fachkräfte der Projektleitung und der Abteilung Brückenbau der ÖBB-Infrastuktur AG.
Während der Totalsperrre der Tullner Brücke wurde im Rahmen der Reaktivierung der Tullner Westschleife auch die Brücke über die Wienerstraße in acht Monaten Bauzeit neu errichtet. Weiters wurden die Brücken über die Landesstraßen 2156 und 2152 und die B 19 umgebaut. Im Anschluss an die Probebelastung der Tullner Donaubrücke wurden auch diese Brückenobjekte der Tullner Westschleife auf die errechneten Sollwerte überprüft. Die Probebelastung bildete den baulichen Abschluss der neuen Eisenbahnbrücken in Tulln, bevor sie für den Verkehr freigegeben wurden.
Brückenmonitoring Bei der Tullner Donaubrücke wurde aufgrund ihrer Länge und der innovativen Brückenkonstruktion mit der Festen Fahrbahn nach dem System Edilon ein automatisches Brückenmonitoring-System eingebaut. Dieses System beinhaltet Messeinheiten für die Höhenlage, die Unterbauverformung, die Tragwerksverformungen, Tragwerks-bewegungen und Spannungsmessungen. Damit wurden auch die Einschwimmvorgänge und das Absetzen der beiden neuen Tragwerksteile auf die Pfeiler messtechnisch begleitet und dokumentiert.
Die Tullner Donaubrücke Im Zuge der Reaktivierung der Tullner Westschleife wurde die 104 Jahre alte Tullner Donaubrücke einer Generalsanierung unterzogen. Das alte, aus fünf Feldern bestehende Eisenbahntragwerk wurde abgetragen und durch ein neues ersetzt, das den aktuellen Anforderungen des Eisenbahnverkehrs im Hinblick auf Lasten, Geschwindigkeit, Lebensdauer und Lärmschutz entspricht.
Eine besondere Bedeutung kommt dem Lärmschutz im Bereich der Donaubrücke zu, die sich in unmittelbarer Nähe zum Stadtkern befindet. Aus diesem Grund wird die Eisenbahnbrücke mit Schallschutzwänden und einer festen Fahrbahn ausgestattet, bei der die Schienen mit einem Kork-Elastomer-Granulat vergossen sind. Diese besondere Schienenlagerung verringert die Schallemissionen entscheidend.
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